Die betriebliche Altersversorgung – Probleme und Irrtümer der bAV

Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung

Arbeitnehmer haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine eigenfinanzierte betriebliche Altersversorgung (bAV). Diese gehört neben der gesetzlichen und privaten Alterssicherung zu den drei Schichten der Altersvorsorge. Die bAV ist die Zusage des Arbeitgebers, für seinen Arbeitnehmer eine Altersversorgung aufzubauen.

Haftungsproblematiken

Der Fondsmanager Eckhard Sauren beschreibt die aktuelle Situation in seinem Buch „Die Zinsfalle“ (erschienen im Finanzbuch Verlag) wie folgt:
Deutschland steckt in der Zinsfalle. […] Die Renditen deutscher Staatsanleihen befinden sich auf historischen Tiefständen – real verlieren Investoren schon jetzt Geld. Was den meisten noch nicht bewusst ist: Der anhaltende Niedrigzins stellt eine massive Bedrohung für viele Formen der Altersvorsorge dar. Werden Lebensversicherungen ihre Garantien tatsächlich erfüllen?

Einstandspflicht des Arbeitgebers

Was vielen nicht klar ist: Der Arbeitgeber muss auch dann für die zugesagten Leistungen einstehen, wenn die Lebens- oder Rentenversicherung nichts mehr zahlt. Diese Haftungsgrundlage beruht auf § 1 des Betriebsrentengesetzes:
Der Arbeitgeber steht für die Erfüllung der von ihm zugesagten Leistungen auch dann ein, wenn die Durchführung nicht unmittelbar über ihn erfolgt.
Leider wird viel zu oft ein Versicherungsvertrag vermittelt und im Anschluss ein Vordruck der Versicherung für die Versorgungszusage des Arbeitgebers verwendet, anstatt den Willen des Arbeitgebers zu formulieren und die Durchführung nach unternehmerischen Kriterien anzupassen.

Ein Minusgeschäft

Regelmäßig warnen auch Verbraucherschützer oder z.B. der Bund der Versicherten, dass die betriebliche Altersvorsorge oft ein Minusgeschäft ist. Versicherungsverträge verursachen sehr hohe Kosten, so verschwinden oft 70 bis 90 Prozent der Beiträge in den Taschen der Versicherungsunternehmen. Dabei gibt es Alternativen, die nicht auf Versicherungen basieren.

13 Irrtümer der bAV

Folgende weit verbreiteten Irrtümer haben Sie vielleicht auch schon gehört:

  1. Altersvorsorge geht nur mit Versicherungen!
  2. Betriebliche Altersversorgung darf keine Bilanzberührung haben!
  3. Pensionsrückstellungen sind schlecht!
  4. Pensionszusagen sind für Altersversorgung nicht geeignet!
  5. Der Arbeitgeber trägt keinerlei Haftung bei versicherungsförmiger Gestaltung der Altersvorsorge!
  6. Mitarbeiter haben einen Rechtsanspruch auf eine Direktversicherung!
  7. Durch Mitgeben der Direktversicherung für ausscheidende Mitarbeiter wird der Arbeitgeber die Altersvorsorge los!
  8. Insolvenzschutz durch den Pensions-Sicherungs-Verein ist teuer!
  9. Arbeitgeber müssen in mitgebrachte Versicherungsverträge der Mitarbeiter eintreten!
  10. Die Übertragung der Versicherungsnehmereigenschaft auf den ausscheidenden Mitarbeiter ist vernünftig!
  11. Versicherungsvermittler sind geeignete Altersvorsorgeberater!
  12. Versicherungen sind ausfallsicher!
  13. Kapitalzusagen bei pauschal dotierten Unterstützungskassen sind vernünftig!

Und das mit Absicht. Mit den Lebens- oder Rentenversicherungen lässt sich für Banken und Versicherungen gutes Geld verdienen. Wir zeigen Ihnen gerne Alternativen auf. Sollten Sie von Ihrem Versicherungsberater ähnliche Aussagen kennen, stellen wir Ihnen gerne unverbindlich unsere Sicht der Dinge dar. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!

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